Von links nach rechts: Retairius - Murmillo - Secutor - Thraker

Gladiatoren (vom lateinischen gladius, (Stoßschwert) waren im antiken Rom Berufskämpfer, die in öffentlichen Schaustellungen auf Leben und Tod gegeneinander kämpften. Der Kampf der Gladiatoren gegeneinander wird als Gladiatur bezeichnet. Gladiatorenkämpfe waren Bestandteil des römischen Lebens von 264 v. Chr. bis Anfang des 5. Jahrhundert nach Chr.

Retiarius

Der Retairius ist ein sehr ungewöhnlicher Gladiator und erst seit der Regierungszeit des Kaiser Caligula (12-41 n. Chr.) belegt. Seine außergewönliche Bewaffnung besteht aus einemWurfnetz (rete), einem Dreizack (tridens auch fuscina genannt), sowie einem Kurzschwert gladius oder Dolch pugio. Er hatte keinen Schild und trug auch keinen Helm. Als einzige Schutzkleidung diente ihm der Schulterschirm galerus und eine Armschiene manica am linken Arm. Zuerst versuchte er das Netz über seinen Gegner zu werfen. Wenn es verworfen war, versuchte er, seinem Gegner mit dem Dreizack beizukommen und wenn ihm das nicht gelang, hatte er für den Nahkampf noch das Schwert. Sein Gegner war überwiegend der Secutor.

Murmillo

Der Murmillo ist eine sehr alte Gladiatorengattung und schon im 1. Jh. v. Chr nachgewiesen. Sein Ursprung ist jedoch unklar. Der aus Thrakien stammende Spartakus kämpfte als Murmillo. Die Bewaffnung des Murmillos mit Kurzschwert gladius und großem gewölbtem Rechteckschild scutum gleicht der der Legionärsinfanterie. Als Schutzkleidung hatte er einen Armschutz Manica und eine bis kurz unter das Knie reichende Beinschiene nur am linken Bein. Er trug einen Helm mit Visier mit hohem geradem Kamm, der zusätzlich mit bunten Federn geschmückt war. Er kämpfte gegen den Thraex.

Secutor

Der secutor (Verfolger) war ein auf den Kampf mit dem Retiarius spezialisierter Murmillo. Um dem Wurfnetz seines Gegners keinen Angriffspunkt zu bieten, trug er einen eiförmigen Helm der nur sehr kleine Augenlöcher besaß. Diese Sichteinschränkung schützte ihn aber auch gleichzeitig davor, dass ihm der Retiarius die Augen ausstechen konnte. Seine Waffen waren Kurzschwert gladius sowie ein großer Rechteckschild scutum. War der Secutor einmal im Netz des Retiarius verfangen, so gab es für ihn fast kein Entkommen mehr. Verlor der Retiarius dagegen sein Netz, so konnte er sich des Secutors nur noch mit Hilfe seines Dreizacks erwehren. In der zweiten Hand führte der Retiarius dann seinen Dolch.

Thraker

Der Tharex war einer der am häufigsten vorkommenden Gladiatorenarten. Die Bezeichnung für diesen Kämpfer leitete sich von dem Volk der Thraker ab. Der Tharex war, wie der Samnit auch, einer der ersten Gladiatorenarten, die wohl schon als Kriegsgefangene bei der Munera, eingesetzt wurden.

Gerne wird der Hoplomachus und der Tharex miteinander verwechselt. Beide trugen die gleiche Ausrüstung, am rechten Arm die manica, - ein Armschutz aus Bandagen von festem Leinen oder Leder - hohe Beinschienen, einen reich verziehrten Helm, dazu ein freier Oberkörper. Allerdings unterschieden sich diese beiden Gladiatorenarten durch den Schild. Der Thraker trug zum Schutz einen kleinen rechteckigen Schild, der wie die Miniaturausgabe des Murmilloschildes wirkte.

Der Thraker focht als Nahkämpfer mit Schild und Schwert und trat im allgemeinen gegen den Murmillo an. In seltenen Abbildungen wird er auch gegen einen Hoplomachus dargestellt.

Urheberin: Svenja Grosser von der Gruppe LVDVS NEMESIS. Web: www.ludus-nemesis.eu

Quellennachweis:

http://www.ludus-nemesis.eu/gladiatores.html http://www.ludus-nemesis.eu/gladiatores_2.html http://www.ludus-nemesis.eu/gladiatores_3.html